Dämpfe in dichten Räumen
Auch in sehr dichten Räumen sind die Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen unbedenklich. Ergaben Untersuchungen der Holzforschung Austria.

Die Analyse der aus einzelnen Holzarten gewonnen Extrakte erlauben Rückschlüsse auf die Emission bestimmter VOCs.
Bei den Bad Ischler Holzbautagen referierte Astrid Aichholzer, Holzforschung Austria, über ihre zweijährigen Testreihen. Der Trend zum energiesparenden Wohnen führt vermehrt zu dichten Gebäudehüllen, in denen sich flüchtige Substanzen aus Möbeln, Baustoffen, Teppichen und ähnlichem anreichern können. Diese sogenannten VOCs (Volatile Organic Compounds) können zur Beeinträchtigung des Wohlbefindens bis hin zu gesundheitlichen Beschwerden führen. Insgesamt wurden von der Holzforschung Austria 19 unterschiedliche Materialien hinsichtlich ihrer VOC-Emissionen untersucht, wobei die Auswahl des Probenmaterials von Faser- und Spanwerkstoffen über Vollholzwerkstoffe bis hin zu Fertigparketten reichte. Die Bestimmung der flüchtigen organischen Substanzen aus Holzwerkstoffen erfolgte in Anlehnung an das AgBB-Schema und gängiger Umweltzeichen, wobei das zu untersuchende Prüfmaterial für 28 Tage unter definierten Bedingungen in eine Prüfkammer eingebaut wurde und zu bestimmten Zeitpunkten Proben der Kammerluft genommen wurden.
Fazit ihrer Forschungen
„Das Emissionsspektrum der unbehandelten Rohhölzer ist im Wesentlichen auf Terpene, Aldehyde und Carbonsäuren beschränkt und ist – unter Berücksichtigung des Abklingverhaltens bei Langzeitemissionen – generell als toxikologisch unbedenklich einzustufen. Die Frage, ob man diese wichtigen Vertreter heimischer Nadelhölzer problemlos in Innenräumen einsetzen kann, ist mit „Ja“ zu beantworten, sofern eine ausreichende Lagerdauer gewährleiset wird. Dies bedeutet im konkreten Fall, dass Fichten und Lärchen nahezu unmittelbar nach dem Zuschnitt verwendet werden können, während bei Kiefernhölzern – basierend auf den vorhandenen Daten – eine Lagerdauer von etwa drei Monaten eingehalten werden sollte, bis sich ihre Emissionen stabilisiert haben. Insgesamt konnte mit dieser, speziell auf die Anforderungen von Holz zugeschnittenen Bewertungsmethode gezeigt werden, dass bezüglich der Anwendung von Schemata zur Beurteilung des Emissionsverhaltens durchaus noch Diskussionsbedarf besteht. Darüber hinaus hat sich eine toxikologisch fundierte Langzeitbetrachtung über mehrere Monate hinweg als zielführend erwiesen.“
Holzforschung Austria - Forschungsbericht








